CHOCION – Finest Chocolate München – Kulinarische Welt – Handel

Im Sommer 2019 hatte ich ein Interview im Podcast "Eins zu Eins – Der Talk" von Bayern 2 gehört. Es ging um mein Lieblingsthema: Schokolade. Eingeladen war Andreas Mohrs, Inhaber der Firma CHOCION – Finest Chocolate. Der Chocolatier betreibt in Ottobrunn (in der Nähe von München) und im Münchner Werksviertel zwei Geschäfte, in denen er seine außergewöhnlichen Schokoladenprodukte anbietet. Seine Ideen und Sein soziales Engagement, über das er im Podcast berichtete, fand ich sehr interessant und wollte mehr darüber wissen. Also schrieb ich ihn an, stellte ein paar Fragen, die er umgehend beantwortete und mich zu einem Gespräch in sein Geschäft in Ottobrunn einlud.

Da wir ohnehin vorhatten, im Herbst 2019 eine Woche in München zu verbringen, ließ sich das gut verbinden.

Das Chocion Schokoladenflugzeug: Airbus 350Bildquelle ©: CHOCION – Finest Chocolate

Hauptberuflich arbeitet Andreas Mohrs als Pilot . Die Idee, fair gehandelte Schokolade herzustellen und zu verkaufen, entstand in der Elfenbeinküste. Er verbrachte einige Tage zwischen zwei Flügen in dem westafrikanischen Land und war völlig schockiert, als er auf einer Kakaoplantage ausschließlich Kinder im Alter zwischen 6 und 14 Jahren arbeiten sah.
Ein Gespräch mit einem befreundeten New Yorker Chocolatier und die Dokumentation "Schmutzige Schokolade" des dänischen Filmemachers Miki Mistrati über die Arbeitsbedingungen im Kakaoanbau, über Kinder- und Zwangsarbeit, bestärkten seinen Entschluss, selbst eine Firma zu gründen, die fairgehandelte Kakaoprodukte erzeugt und vertreibt.
Video Teil 1 Schmutzige Schokolade

Video Teil 2 Schmutzige Schokolade

Die Gründung

Mohrs suchte einen Schokoladenproduzenten, der seine Idee von fair gehandelter Schokolade umsetzen konnte. Die Suche gestaltete sich sehr schwierig: "Die meisten haben mich gar nicht für voll genommen und mir nicht mal einen Termin gegeben. Außer einer, Uwe Dengel von der Confiserie Dengel aus Rott am Inn."
Damit war der Grundstein gelegt und Mohrs gründete 2011 seine Firma CHOCION. Die Confiserie Dengel produzierte für CHOCION Schokolade aus fair gehandelten Kakaobohnen und begann den eigenen Betrieb selbst langsam auf fair gehandelte Schokolade umzustellen. Der "Vielflieger" wollte aber noch mehr.Nur fair gehandelte Kakaobohnen reichten ihm nicht und so bezieht er über die dwp eG Fairhandelsgenossenschaft fair gehandelten Rohrohrzucker aus Paraguay. Eine in Paraguay ansässige Kooperative bietet den beteiligten Klein- und Kleinstproduzenten qualitativ hochwertige und effiziente Dienstleistungen an. Dadurch kommt es zur nachhaltigen Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen aller am Wertschöpfungsprozess Beteiligten.
Das Milchpulver, das in der CHOCION-Milchschokolade verarbeitet ist, stammt ebenfalls aus fairem Handel. Viel zu oft vergessen wir, dass in Europa ebenfalls mit harten Bandagen gekämpft wird. Die heimischen Milchpreise werden von molkereien, Supermärkten und Discountern unerbittlich nach unten gedrückt und viele kleine Milchbauern mussten in den letzten Jahren ihre Betriebe schließen. CHOCION bezieht das Milchpulver von Sternenfair, der Marke der MVS Milchvermarktungs-GmbH mit Sitz im bayrischen Pfaffing.

Projekte

CHOCION beziht fair gehandelte Kakaobohnen vor allem aus Columbien, fördert die Region und arbeitet eng mit Casa Luker zusammen, einem der traditionsreichsten Edelkakaoverarbeiter Lateinamerikas. Casa Luker wurde 1906 gegründet und ist bis heute ein Familienunternehmen, das auf nachhaltige Entwicklung und enge Zusammenarbeit mit den kolumbianischen Kakaobauern setzt.

Ein Mädchen sitzt auf einem Esel, daneben steht ein JungeBildquelle ©: CHOCION – Finest Chocolate

Mohrs unterstützt in der Region auch einige Projekte. So finanzierte Mohrs Firma beispielsweise einen Teil einer Schule und übernahm die Kosten für eine Fermentierungsanlage, die für die Aufbereitung der geernteten Kakaobohnen unerlässlich ist. Die Existenz einer Schule ist ein gewaltiger Schritt in Richtung Bildung und Weiterentwicklung, aber eine Schule in Columbien zu erreichen ist mit unter sehr zeitaufwendig. So kann ein Schulweg durchaus schon mal zwei Stunden Fußweg hin und zwei Stunden zurück dauern. Mohrs finanzierte durch seinen Schokoladenverkauf und eine Spendenaktion 63 Esel und 25 Fahrräder, auf denen die Kinder ihren Schulweg in der Hälfte der Zeit zurücklegen können.

Verkostung

Wir konnten einige Pralinen und Schokoladen verkosten und zusammenfassend kann ich sagen: einfach nur lecker!
Die getrocknete Physalis, umhüllt mit Zartbitterschokolade, wird direkt aus Columbien importiert. Geschmacklich ist die kleine Leckerei hochinteressant – die zartbittere Süße der Schokolade geht langsam über in eine angenehme fruchtig saure Geschmacksnote.
direkt im Ursprungsland hergestellt ist auch die ungewöhnliche Bitter-Milchschokolade aus Madagaskar. Obwohl die Schokolade einen Kakaoanteil von 80 % hat, kommt sie einer Milchschokolade sehr nahe. Schokolade aus Madagaskar ist zwar sehr teuer, aber Geschmack-Preis-Verhältnis stimmen schlicht und ergreifend.
Kakao-Nibs umhüllt mit feinster Schokolade haben wir auch verkostet. Bislang habe ich für meine süßen Wraps pure Kakao-Nibs verwendet – das wird sich ab sofort ändern.
Der König Otto Trüffel, der eigens für Ottobrunn kreiert wurde, wird aus einer Chiemgauer Kirsche, dunklem Sahnetrüffel und viel Zartbitterschokolade hergestellt.
Walnuss-Marzipan-Vollmilchtrüffel schmeckt außergewöhnlich gut, das liegt an dem Marzipan. Das CHOCION Marzipan besteht aus mindestens 65 % Mandeln. Der Gesetzgeber schreibt gerade mal 30 % Mandelanteil vor, der Rest darf Zucker sein.
Der Honig Trüffel mit Zartbitter Schokolade steht den anderen Trüffeln um nichts nach und ich hätte nichts gegen ein weiteres Stück gehabt, aber manchmal muss man sich auch zusammenreißen, denn unsere Schokotour durch München hatte schon zur "Gürtelerweiterung" geführt.

Adresse

CHOCION – Finest Chocolate
Rosenheimer Landstraße 69b
85521 Ottobrunn

Filiale Werk 3
Atelierstraße 10 / Werk 3
81671 München

Zur Rose abziehen – Küchengedöns

Bildquelle © Wikipedia: Mittelalterliche Enzyklopädie

zur Rose abziehen
Bildquelle und ©: zur Rose abziehen – Zubereitung von Sauce béarnaise im Wasserbad
Zur Rose abziehen (auch bis zur Rose abziehen und statt abziehen auch (bis) zur Rose ziehen/abbinden/abschlagen/abkochen) ist eine Arbeitstechnik aus der Kochkunst und bedeutet, dass eine Creme oder Sauce im Wasserbad unter Verwendung von Eigelb gebunden beziehungsweise eingedickt wird. „Zur Rose abziehen – Küchengedöns“ weiterlesen

Chocolate & more münchen – Kulinarische Welt – Handel

Nach einer Führung über den Viktualienmarkt während unseres Besuchs in München wurden wir zum Abschluß in ein kleines Schokoladengeschäft zu einem Vortrag eingeladen. Mein erster Gedanke war: "Naja, eine Verkaufsveranstaltung, getarnt als Vortrag." Für gute Schokolade bin ich aber sowieso immer zu haben und war gespannt, was dort so verkauft wird. Von außen sieht das "Chocolate & more" in der Westenriederstraße 15 eher unscheinbar aus, wie einige der TeilnehmerInnen bemerkt hatten . „Chocolate & more münchen – Kulinarische Welt – Handel“ weiterlesen

Küchengedöns: Die Küchen-Enzyklopädie – Kramschublade

Küchengedöns ist eine Koch- und Küchen-Enzyklopädie, das Küchenbegriffe wie À la minute oder Fusionsküche erklärt. einfache Küchenhelfer wie der Kochlöffel werden ebenso beschrieben wie beispielsweise die Bain-Marie, die in der Gastronomie zum Einsatz kommt. Küchengedöns ist ein Langzeitprojekt, das langsam, jedoch kontinuierlich weiter wächst. „Küchengedöns: Die Küchen-Enzyklopädie – Kramschublade“ weiterlesen

München Juli 2019 – Kulinarische Welt – Reisebericht

Bildquelle und © Wikipedia: Geographisch-politische Weltkarte

Im Juli 2019 stiegen wir im Münchner Hotel Ambiente in der schillerstraße ab. das Hotel ist fußläufig in etwa 5 Minuten vom Hauptbahnhof aus erreichbar. Die Schillerstraße ist eine Mischung aus Rotlicht- und Touristenviertel mit vielen Hotels. Die Zimmerpreise sind für Münchner Verhältnisse passabel, die Zimmer gepflegt und das Frühstück ist Continentaler Standard. „München Juli 2019 – Kulinarische Welt – Reisebericht“ weiterlesen