Über mich

Die Eine oder der Andere wundert sich vielleicht, warum diese Homepage keine besondere Augenweide ist. Warum hier vorallem Bilder aus der Wikipedia veröffentlicht werden. Fotografieren, das war mal meine große Leidenschaft und meine Canon EOS 1 war mein ganzer Fotografen stolz. Wie heißt es in einem Song der Toten Hosen: „Alles passiert, wie es passieren muss.“ Ein kleiner Gen-Fehler hat dafür gesorgt, dass meine Netzhaut zerstört wurde. Anno 1996 war es dann so weit, mein Augenlicht war Geschichte. Nach einer Phase der Fassungslosigkeit tauschte ich meine Kammera gegen Dragon Lee von Grandi, einen kanadischen Schäferhund, der ein richtiger Kumpel wurde und seinen Job als Blindenführhund (fast) immer verdammt gut machte. 1997 lernte ich Claudia kennen, die für die Blinde tomate schon so einige Beiträge verfasst hat. Ihre Blindenführhündin hieß Aris von Dammfuß und die beiden waren in Wien Zuhause. 1997 habe ich meine Zelte in Deutschland abgebrochen und bin nach Wien gezogen.

Ich war schon immer für gutes Essen zu haben, kochen konnte ich jedoch weder als Sehender noch als Blinder. Mit Anfang Dreißig habe ich dannmeine Kochleidenschaft entdeckt. Oft sind meine Gesprächspartner erstaunt: „Wie kocht man denn als Blinder?“ Die Frage ist berechtigt und eigentlich leicht zu beantworten. Ich sammelte Erfahrung, Erfahrung und nochmals Erfahrung – durch Versuch und Scheitern. Das einzige, was ich am Anfang gut hinbekam, war, dass mir das Wasser nicht anbrannte 😉. Mit der Zeit wurde es besser. Vor allem weil ich irgendwann drauf gekommen bin, dass ich mit leichten Rezepten anfangen sollte. Ein „Strammer Max“ ist leicht zuzubereiten und wenn man dann auch noch auf gute Zutaten zurückgreift, schmeckt das richtig gut. Auf „Sicht“ kann ich natürlich nicht kochen, aber mit der Zeit hat man es einfach drauf. Schiebt man beispielsweise einen Pfannenwender vorsichtig unter ein Spiegelei und spürt einen Widerstand, dann das Ei in ruhe lassen, es ist noch nicht fertig. Jeder, der schon mal ein paniertes Schnitzel gebraten hat, weiss, dass der Garpunkt nur über die Erfahrung, die Zeit und über den Druck mit dem Pfannenwender die Konsestenz des Bratgutes spüren und somit bestimmen kann. Küchenwaagen gibt es mit Sprachausgabe und meine Eieruhr heißt iPhone, da kann ich mir den timer zur Zeitmessung einstellen. Denn das iPhone läßt sich sehr gut mit Voice-Over bedienen, einer Sprachausgabe, die speziell für blinde BenutzerInnen von Apple entwickelt wurde. Das gleiche trifft für Apple’s Mac-Book zu, dass quaselt alles schön mit, jeden Buchstaben, den ich auf der Tastatur tippe und liest beim Surfen im Internet die Texte vor. E-Mails beantworten, Twittern, Skypen und so weiter funktioniert auch. Bilder sind allerdings problematisch. Denn in der Regel fehlen beschreibende Texte für Bilder beziehungsweise Grafiken. Als Bildquelle nutze ich daher die Wikipedia. Bei der Wikipedia sind alle Bilder mit beschreibenden Texten versehen und sie stehen in der Regel unter einer CC-Lizenz, zur freien Nutzung. Es kann passieren, dass trotzdem ein Beitragsbild überhaupt nicht zum Thema paßt. In einem solchem Fall würde ich mich über Ihre Rückmeldung freuen.

Warum ich mit dem Blog begonnen habe, ist schnell erklärt. Weil es mir Spaß macht und ich finde, dass die Welt einen Footblog braucht, der sich nicht um Diät, Kalorien, Abnehmen kümmert und mit dem Gesundheitszeigefinger vor zu viel Fett und Zucker wahrnt. Zu meiner Lebensphilosophie gehört der genuss ohne Reue. Ein Stückchen Butter, eien Schuss Sahne und eine Prise Zucker in die Tomatensuppe – und es schmeckt gleich dreimal so gut. Im gegenzug für den Cholesterinspiegel und als Geschenk an die eigene Figur kann man dann auch mal auf ein Stück Kuchen verzichten.

Ich bin aber selbstverständlich nicht frei von ernährungstechnischen Macken. Denn in meiner Kochreligion ist Bio das oberste Gebot und das Wort Bio wird sich auf Blinde Tomate an jeder Ecke wiederfinden. Wenn es sich vermeiden lässt, möchte ich nicht den ganzen pestizitären Müll der Agrarwirtschaft und mit Antibiotika und Hormonen vollgedröhntes Fleisch auf dem Teller haben. Mir ist klar, dass sich nicht Jeder jeden Tag Bioprodukte leisten kann oder diese zur Verfügung stehen – ich lebe ja nicht in einem Paralleluniversum. Ich verwende selbst das eine oder andere konventionelle Produkt. Aber wann immer es Möglich ist, greife ich auf Bio-Produkte zurück.