├ťber mich

Die Eine oder der Andere wundert sich vielleicht, warum diese Homepage keine besondere Augenweide ist. Warum hier vorallem Bilder aus der Wikipedia ver├Âffentlicht werden. Fotografieren, das war mal meine gro├če Leidenschaft und meine Canon EOS 1 war mein ganzer Fotografen stolz. Wie hei├čt es in einem Song der Toten Hosen: „Alles passiert, wie es passieren muss.“ Ein kleiner Gen-Fehler hat daf├╝r gesorgt, dass meine Netzhaut zerst├Ârt wurde. Anno 1996 war es dann so weit, mein Augenlicht war Geschichte. Nach einer Phase der Fassungslosigkeit tauschte ich meine Kammera gegen Dragon Lee von Grandi, einen kanadischen Sch├Ąferhund, der ein richtiger Kumpel wurde und seinen Job als Blindenf├╝hrhund (fast) immer verdammt gut machte. 1997 lernte ich Claudia kennen, die f├╝r die Blinde tomate schon so einige Beitr├Ąge verfasst hat. Ihre Blindenf├╝hrh├╝ndin hie├č Aris von Dammfu├č und die beiden waren in Wien Zuhause. 1997 habe ich meine Zelte in Deutschland abgebrochen und bin nach Wien gezogen.

Claudia und Andreas auf der London Bridge bei Nacht, im Hintergrund die Themse und die Tower BridgeBildquelle ┬ę: Blinde Tomate
Bildbeschreibung: Claudia und ich auf der London Bridge, im Hintergrund ist die Tower Bridge zu sehen. Das Foto entstand im Oktober 2018 f├╝r unseren Reisebericht "London kulinarisch".

Ich war schon immer f├╝r gutes Essen zu haben, kochen konnte ich jedoch weder als Sehender noch als Blinder. Mit Anfang Drei├čig habe ich dannmeine Kochleidenschaft entdeckt. Oft sind meine Gespr├Ąchspartner erstaunt: „Wie kocht man denn als Blinder?“ Die Frage ist berechtigt und eigentlich leicht zu beantworten. Ich sammelte Erfahrung, Erfahrung und nochmals Erfahrung – durch Versuch und Scheitern. Das einzige, was ich am Anfang gut hinbekam, war, dass mir das Wasser nicht anbrannte ?. Mit der Zeit wurde es besser. Vor allem weil ich irgendwann drauf gekommen bin, dass ich mit leichten Rezepten anfangen sollte. Ein „Strammer Max“ ist leicht zuzubereiten und wenn man dann auch noch auf gute Zutaten zur├╝ckgreift, schmeckt das richtig gut. Auf „Sicht“ kann ich nat├╝rlich nicht kochen, aber mit der Zeit hat man es einfach drauf. Schiebt man beispielsweise einen Pfannenwender vorsichtig unter ein Spiegelei und sp├╝rt einen Widerstand, dann das Ei in ruhe lassen, es ist noch nicht fertig. Jeder, der schon mal ein paniertes Schnitzel gebraten hat, weiss, dass der Garpunkt nur ├╝ber die Erfahrung, die Zeit und ├╝ber den Druck mit dem Pfannenwender die Konsestenz des Bratgutes sp├╝ren und somit bestimmen kann. K├╝chenwaagen gibt es mit Sprachausgabe und meine Eieruhr hei├čt iPhone, da kann ich mir den timer zur Zeitmessung einstellen. Denn das iPhone l├Ą├čt sich sehr gut mit Voice-Over bedienen, einer Sprachausgabe, die speziell f├╝r blinde BenutzerInnen von Apple entwickelt wurde. Das gleiche trifft f├╝r Apple’s Mac-Book zu, dass quaselt alles sch├Ân mit, jeden Buchstaben, den ich auf der Tastatur tippe und liest beim Surfen im Internet die Texte vor. E-Mails beantworten, Twittern, Skypen und so weiter funktioniert auch. Bilder sind allerdings problematisch. Denn in der Regel fehlen beschreibende Texte f├╝r Bilder beziehungsweise Grafiken. Als Bildquelle nutze ich daher die Wikipedia. Bei der Wikipedia sind alle Bilder mit beschreibenden Texten versehen und sie stehen in der Regel unter einer CC-Lizenz, zur freien Nutzung. Es kann passieren, dass trotzdem ein Beitragsbild ├╝berhaupt nicht zum Thema pa├čt. In einem solchem Fall w├╝rde ich mich ├╝ber Ihre R├╝ckmeldung freuen.

Warum ich mit dem Blog begonnen habe, ist schnell erkl├Ąrt. Weil es mir Spa├č macht und ich finde, dass die Welt einen Footblog braucht, der sich nicht um Di├Ąt, Kalorien, Abnehmen k├╝mmert und mit dem Gesundheitszeigefinger vor zu viel Fett und Zucker wahrnt. Zu meiner Lebensphilosophie geh├Ârt der genuss ohne Reue. Ein St├╝ckchen Butter, eien Schuss Sahne und eine Prise Zucker in die Tomatensuppe – und es schmeckt gleich dreimal so gut. Im gegenzug f├╝r den Cholesterinspiegel und als Geschenk an die eigene Figur kann man dann auch mal auf ein St├╝ck Kuchen verzichten.

Ich bin aber selbstverst├Ąndlich nicht frei von ern├Ąhrungstechnischen Macken. Denn in meiner Kochreligion ist Bio das oberste Gebot und das Wort Bio wird sich auf Blinde Tomate an jeder Ecke wiederfinden. Wenn es sich vermeiden l├Ąsst, m├Âchte ich nicht den ganzen pestizit├Ąren M├╝ll der Agrarwirtschaft und mit Antibiotika und Hormonen vollgedr├Âhntes Fleisch auf dem Teller haben. Mir ist klar, dass sich nicht Jeder jeden Tag Bioprodukte leisten kann oder diese zur Verf├╝gung stehen – ich lebe ja nicht in einem Paralleluniversum. Ich verwende selbst das eine oder andere konventionelle Produkt. Aber wann immer es M├Âglich ist, greife ich auf Bio-Produkte zur├╝ck.