Schuhbeck am Platzl in München – Kulinarische Welt

Bei unserem besuch in München im Juli 2019 begaben wir uns in die Welt von Alfons Schuhbeck, der in der Nähe von Hofbräuhaus und Hardrock Cafe mehrere Geschäfte und Lokale betreibt.

Restaurant Orlando Außenansicht mit BiergartenBildquelle © Blinde Tomate

Wir aßen sehr gut im Orlando, bei schönem Wetter auf der Terrasse,
ich bestellte Obatzter – eine Creme aus Camenbert, Butter und Gewürzen, eine bayrische Spezialität, Andreas Wildfleischpflanzerl mit Selleriepüree und Pfifferlingen.
Das Restaurant gehört eher zur gehobenen Preiskategorie, ist aber meiner Meinung nach noch leistbar, zum Beispiel kostet
Pflanzerl vom Wild –
Haselnussspätzle/ Blaukraut/ Pfifferlinge EUR 17,90

In der Eisdiele, die leider nur über wenige Sitzgelegenheiten verfügt und vor allem Straßenverkauf ist, probierten wir interessante Eissorten wie Granatapfel-Feige und Basilikum-Pfeffer-Pistazie. Das Eis war gut, wir müssen es aber nicht jeden Tag haben. Es schmeckt sehr speziell und eben interessant.
Im Schokolade-Laden haben wir uns wegen der sommerlichen Temperaturen mit den Einkauf etwas zurückgehalten – wir kauften eine Tafel Milchschokolade mit verschiedenen Nüssen, die uns sehr gut geschmeckt hat, und eine kleine Packung Pralinen zum Verschenken.

Schubecks Gewürzladen am Platzl, AußenansichtBildquelle ©: Alfons Schuhbeck

Im Gewürzladen haben wir dann aber einen größeren Einkauf getätigt. Auf drei Stockwerken gibt es alles, was man sich nur vorstellen kann. Salz und Pfeffer, Einzelgewürze, aber vor allem unzählige Gewürzmischungen, beispielsweise "Orientalisches Suppen- und Gemüsegewürz", "Arabisches Kaffeegewürz", "Persisches Reisgewürz",
"Indischer Maharadscha Hochzeitscurry" und vieles mehr.
Sehr gut geschmeckt haben uns die Wasabi-Erdnüsse.

Biografie

Alfons Schuhbeck wurde 1949 als Alfons Karg in Traunstein, Bayern, geboren. Er begann zuerst eine Ausbildung als Fernmeldetechniker, die ihm von Anfang an keinen Spaß machte, und spielte nebenbei in der Rockband "Die Scalas".
Bei einen Auftritt in Waging lernte er den Gastwirt Sebastian Schuhbeck kennen, der ihn davon überzeugte, Koch zu werden, und ihn auch in seinem Lokal beschäftigte. Er adoptierte ihn, obwohl die leiblichen Eltern noch am Leben waren, und so kam er zum Namen Schuhbeck. Grund für die Adoption war möglicherweise die einfachere Übergabe des Lokals an Alfons.
Nach dem Besuch der Hotelfachschule Bad Reichenhall arbeitete Alfons Schuhbeck in Salzburg, Genf, Paris, London und München – in München unter anderem bei Feinkost Käfer, Dallmayr und Eckart Witzigmann. Die Tätigkeit bei Witzigmann, dem ersten 3-Sterne-Koch Deutschlands, war ihm sehr wichtig, um Erfahrung in der Spitzengastronomie zu sammeln und in seiner Karriere voranzukommen. Jeder wollte bei Witzigmann arbeiten – er hatte für 10 freie Stellen über 500 Bewerbungen. Durch Hartnäckigkeit (er kontaktierte Witzigmann 35mal) schaffte er es, den begehrten Platz zu ergattern.
Anfang der 70er Jahre pachtete er die Kantine des bayrischen Roten Kreuzes, wo er für über 300 Personen kochte.
1980 übernahm er das Kurhausstüberl in Waging (Bayern), das er vom Dorfgasthaus zum Spitzenrestaurant wandelte, als Geheimtipp für die Münchner und Salzburger Prominenz. Er erwarb sich den Ruf eines Prominentenkochs. Dieses Lokal schloß er 2002.
Witzigmann hatte ihm den Rat gegeben, die Kochtechnik und Zubereitungsmethoden, die er bei ihm gelernt hatte, statt mit französischen, mit regionalen Produkten anzuwenden.
1990 gründete er einen Partyservice und Ende der 90er Jhare die
Schuhbecks am Platzl GmbH.
Dazu gehören heute das Restaurant Orlando, ein Weinbistro, ein Partyservice, eine Kochschule, ein Gewürzladen, ein Tee-, Müsli- und Schokoladenladen und eine Eisdiele, sowie die Südtiroler Stuben, ein Restaurant, das bis 2017 mit einem Stern ausgezeichnet war.
Ende 2016 öffnete er Schuhbecks Fine dining im Boettners, das 2018 einen Stern erhielt.
Seit 35 Jahren kocht Schuhbeck für die Fußballmannschaft des FC Bayern München.
Er hat über 20 Kochbücher veröffentlicht und ist durch viele Radio- und Fernsehauftritte bekannt.
Sein Motto: Disziplin und Leidenschaft!

Gewürze

Schuhbeck gilt als Gewürze-Missionar und Ingwer-Papst. Er schwört auf die positiven Auswirkungen von Kräutern und Gewürzen auf die Gesundheit: "Gewürze sind Medizin". Sie enthalten mehr Anti-Oxidantien als "Superfood", Zimt und Lorbeer sollen Blutzucker-senkend wirken, Ingwer soll sich positiv auf Cholesterin- und Blutzuckerspiegel auswirken und antibakteriell wirken – um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen. Schuhbeck trinkt täglich Ingwer-Wasser und gibt Ingwertropfen in den kaffee.
Ingwer und Knoblauch sind für ihn ein Traumpaar. Ingwer macht den Knoblauch bekömmlicher und nimmt seinem Geschmack etwas die Spitze.
Bei unserem Besuch im Orlando im letzten Jahr habe ich Ingwer-Kaffee bestellt. Ich mag Ingwer sehr gern, aber im Kaffee muss ich ihn doch nicht haben. Das Getränk schmeckte sehr intensiv nach Ingwer und ich glaube, ich hätte es nicht von Ingwer-Tee unterscheiden können. Diesmal tranken wir alle Platzl-Wasser (besteht aus
Sodawasser, Holundersirup, Minze und Ingwer.
– ein gutes, erfrischendes und nicht zu süßes Getränk. Es gibt auch die alkoholische Variante, mit Prosecco statt Mineralwasser, als "Platzl-Spritz". Das werde ich vielleicht das nächste Mal probieren.

Der WDR Podcast zum 70. Geburtstag

Zu seinem 70. Geburtstag im Mai 2019 sprach Helmut Gote in der WDR Sendung "Alles in Butter" mit Alfons Schuhbeck über sein Leben.

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