Reibekuchen, Kartoffelpuffer, Reibeplätzchen – Rezept

Als ich 1997 nach Österreich
übersiedelte, war mir bereits bewußt, dass die Reibekuchen in Wien Kartoffelpuffer heißen. Also ran an die leckeren Reibeplätzchen, wie man in Westfalen auch noch zu den Reiberdatschi, wie sie im Süden Deutschlands heißen, sagen kann. Stände, an denen es Kartoffelpuffer zu kaufen gibt, sind in Wien nicht leicht zu finden, aber in meiner näheren Umgebung gab es einen. Also: "Eine Portion Kartoffelpuffer mit Apfelmus." Naja, ich bin ein Kind des Ruhrgebiets. Dort hat man zu meinen Zeiten auf Höflichkeitsformen wie bitte und danke häufig verzichtet. Es kam auf den Tonfall an, der den gebotenen Respekt signalisierte. Andere Städte, andere Sitten. Das Problem war aber nicht die Unhöflichkeit des fehlenden "bitte", das den freundlichen Verkäufer nachhaltig traumatisierte. Es waren die zwei kleinen Worte "mit Apfelmus". "Mit was bitte?", der Ausdruck des Entsetzens klingt mir bis heute in den Ohren nach, wenn ich mich daran erinnere. Rievkooche, wie sie im rheinischem Sprachgebrauch heißen, werden in Wien mit Salz oder Knoblauch serviert – mit Apfelmus niemals.

ReibekuchenBildquelle: © Wikipedia

Zutaten für 4 Personen

  • 🍅 Bratöl, am besten Erdnussöl
  • 🍅 1 Kilogramm vorwiegend festkochende kartoffeln
  • 🍅 2 Bio-Eier
  • 🍅 1 gehäufter Esslöffel Haferflocken (bei Bedarf mehr)
  • 🍅 1 mittelgroße Zwiebel
  • 🍅 1 Teelöffel Salz
  • 🍅 1 Prise frisch gemahlene Muskatnuss
  • 🍅 1 Prise schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung

Zwiebeln und Kartoffeln schälen. Die Zwiebeln sehr fein würfeln, die Kartoffeln mit einer Reibe fein reiben. Das Wasser aus den Kartoffeln ausdrücken und mit den Zwiebeln in eine Schüssel geben und gut durchmischen. Zwei bis drei Minuten ruhen lassen und anschließend das überschüssige Wasser abgießen. Die Haferflocken mit den Händen fein zerreiben und mit den restlichen Zutaten mit dem Kartoffelteig vermischen. Wenn der Teig zu flüssig ist, nochmals überschüssiges Wasser abgießen und eventuell weitere Haferflocken hinzugeben.
Ausreichend Bratöl in eine Pfanne geben und erhitzen. Je nach größe der Pfanne ein oder mehrere gehäufte Esslöffel des Teigs in die Pfanne geben, und den Teig mit dem Löffel flach drücken. Die Reibekuchen wenden, wenn der Rand sich bräunlich verfärbt und auf der anderen Seite weitere drei bis vier Minuten weiter braten.
Die fertigen Reibekuchen auf Küchenpapier legen, damit das Fett abtropfen kann und wenn noch Teig übrig ist, weitere leckere Reibeplätzchen produzieren.
Hinweis für Sehbehinderte: Nach etwa vier Minuten vorsichtig einen Pfannenwender unter den Reibekuchen schieben. Spürt man einen Widerstand, ist der Reibekuchen noch nicht bereit zum Wenden. Es gehört einiges an Übung und Erfahrung dazu, damitReibekuchen gut gelingen. Man kann durchaus auch als Blinder gute Reibekuchen hinbekommen. Den Zeitpunkt für das Wenden sollte man jedoch nicht überstrpazieren, wenn man einen Rauchmelder hat. Ich war mir nie sicher, ob unser funktioniert. Seit meinen ersten Reibekuchen-Versuchen weiß ich es – er ist verdammt laut.

Am besten schmeckt mir Apfelmus zu Reibekuchen, wer mag, kann sie natürlich auch mit Salz oder Knoblauch zubereiten, alles Geschmackssache.

4 Replies to “Reibekuchen, Kartoffelpuffer, Reibeplätzchen – Rezept”

    1. Hallo Harald,
      mit Lachs habe ich Reibekuchen noch nicht gegessen, klingt aber lecker. Ich weiß, was ich demnächst probieren werde. In der süßen Variante esse ich sie manchmal mit Rübenkraut, auch sehr gut. Habe ich jedoch nicht ins Rezept geschrieben, weil ich erst einen Artikel über das Produkt Rübenkraut schreiben will.

  1. Hallo,

    Ich habe jetzt Lachen müssen wie ich das mit dem Apfelmus ein Verbindung mit Kartoffelpuffer gelesen habe, das kennen wir hier in Wien wirklich nicht.
    Aber ich werde es jedenfalls, wenn ich wieder einmal Kartoffelpuffer mache, ein Stück davon mit Apfelmus probieren.

    Lg,
    Barry

  2. Hallo!

    Im Raum um Hannover findet sich auch die Variante, den Puffer einfach mit Zucker zu bestreuen. Der herzhafte Puffer und der süße Zucker verleihen dem ganzen auch eine ganz eigene Note.

    Im Raum um Aachen habe ich eine sehr herzhafte Variante kennengelernt, in dem in den Pufferteig noch Speckwürfel beigemischt werden. Hier braucht man jedoch am Ende weder Apfelmuß noch sonst eine Beigabe, es ist so schon sehr herzhaft.

    Ebenfalls im aachener Raum verbreitet scheint die Variante mit einer Scheibe Schwarzbrot zu sein, d. h. den fertigen Puffer auf eine Scheibe frischen Schwarzbrot legen und genießen.

    Guten Appetit!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.