Graz – Reisebericht

Claudia im Café Frankowitsch mit einem kleinem Glas Bier und Brötchenteller

Einmal jĂ€hrlich machen wir eine Stippvisite in Graz, so auch in diesem Jahr im Mai (2019). Die Innenstadt erinnert mich an meine westfĂ€lische Heimat LĂŒnen. Dort teilt die Lippe die Stadt und in Graz ist es die Mur. Wobei Graz – ich gebe es nur ungerne zu – die schönere Innenstadt hat. Sowohl landschaftlich als auch architektonisch. Der Name Graz leitet sich vom slowenischen Wort gradec ab und bedeutet kleine Burg. Das Wahrzeichen der Stadt, der 28 Meter hohe Uhrturm, thront ĂŒber der Innenstadt auf dem Schloßberg, der mit einer Höhe von 474 m ĂŒ. A. (Meter ĂŒber Adria) angegeben ist. Vor dem Uhrturm steht ein Modell aus Bronze, damit sich blinde Menschen ein Bild des Bauwerks machen können. Dieses Jahr war das Modell jedoch nicht an seinem Platz. Wie wir spĂ€ter erfuhren, haben Vandalen das Modell so stark beschĂ€digt, dass es restauriert werden musste.

Der Uhrturm Wahrzeichen von GrazBildquelle © Blinde Tomate

Hotel Maria Hilf

Einquartiert haben wir uns wie immer in das Hotel Mariahilf, ein kleines, ruhiges und gemĂŒtliches Hotel in der FußgĂ€ngerzone auf der rechten Mur-Seite. Von hier aus lĂ€ĂŸt sich die ganze innere Stadt bequem zu Fuß erkunden – einschließlich Schloßberg und historischer Altstadt, linksseitig der Mur gelegen.
Die Zimmer sind außergewöhnlich gerĂ€umig und gut gepflegt. Das FrĂŒhstĂŒcksbuffet ist reichhaltig und der Preis fĂŒr eine Übernachtung in der steirischen Touristenmetropole ist meiner Meinung nach angemessen.

Hotel Mariahilf GmbH

Mariahilferstraße 9
8020 Graz

Café Sorger

Nach unserer Ankunft trieb uns ein kleiner Hunger ĂŒber die Muhrr in die Altstadt. Ziel war das CafĂ© Sorger in der Sporgasse. Die Gasse gilt als Ă€lteste Straße von Graz und die Fassaden zeugen von einer langen Geschichte, wie wir bei einem unserer frĂŒheren Besuche bei einer StadtfĂŒhrung erfuhren. Wir saßen bei strahlendem Sonnenschein im Gastgarten vor dem CafĂ© und aßen Flammkuchen. Ein hauchdĂŒnner, sehr knuspriger Teig mit viel Belag. Ich habe die klassische Variante und Claudia die vegitarische gegessen. FĂŒr den Hunger zwischendurch eine sehr gute Wahl in historischer Umgebung.

Café Sorger

Café, Konditorei und Snaks
Sporgasse 4
8010 Graz

Abends besuchten wir eine Pizzeria, ĂŒber die wir auf einem Foodblog gelesen hhatten und die in den höchsten Tönen fĂŒr ihre ausgefallenen Pizza-Creationen gelobt wurde. Die Pizzeria war gerammelt voll und der Kellner wies uns darauf hin, dass die KĂŒche mit den Bestellungen nicht nach kommen wĂŒrde und die Wartezeit sehr lange sei. Wir blieben trotzdem. Da uns auf dieser Reise Claudias Vater begleitete, der im Gegensatz zu uns sehen kann, las er uns die Karte vor. Das war die erste EnttĂ€uschung, denn von den außergewöhnlichen Pizzen war weit und breit nichts zu sehen. Die Wartezeit zog und zog sich so dahhin und nach einer Fußballspiel-LĂ€nge inclusive Halbzeitpause kamen dann die Pizzen – es gab sonst nichts anderes, keine Pasta, nichts vom Grill und die Fische waren alle in der Mur. Wir hatten jeder eine andere "handelsĂŒbliche" Pizza und wir konnten nicht meckern oder loben, sie waren gut.
Möglicherweise war die Karte durch den hohen Andrang an diesem 1. Mai eingeschrÀnkt, an dem auch ein Stadtfest stattfand und Graz vor lauter Touristen aus allen NÀhten platzte. Die KellnerInnen hÀtten an diesem Abend vier HÀnde gebraucht und die Schusohlen waren bei Dienstschluss wahrscheinlich durchgelaufen.
Wir werden das Lokal bei unserem nĂ€chsten Graz-Trip wieder besuchen. Dann können wir hoffentlich einen guten Beitrag darĂŒber schreiben und den Namen nennen. Falls sich jedoch der Abend wie beschrieben wiederholen sollte – dann werden wir einfach kein Wort mehr darĂŒber verlieren.

Delikatessen Nussbaumer

Etwa zehn Minuten Fußweg bei gemĂ€chlichem Tempo ging es am nĂ€chstem Tag in die Paradeisgasse. Der eine oder die andere LeserIn mit deutschem Pass kann gerne mal einen Blick in die WörterkĂŒche werfen, um Paradeis ins Hochdeutsche zu Übersetzen – es dĂŒrfte nicht ĂŒberraschen, dass sich hinter dem Begriff etwas Essbares verbirgt.
Das Delikattessen-GeschĂ€ft auf Nr. 1 ist eine wahre Fundgrube des guten Geschmacks. Neben Wurst- und SchinkenspezialitĂ€ten sowie Pasteten fĂŒhrt das Traditionshaus eine große KĂ€seauswahl. Mehr als 140 KĂ€sesorten aus der heimischen Region sowie aus zahlreichen europĂ€ischen LĂ€ndern wie Spanien, Frankreich, Italien, Kroatien, Norwegen, England und Deutschland beinhaltet das Angebot.
Mit ausgesuchten Weinen, Sekt oder Champagner lassen sich die Leckereien direkt im GeschĂ€ft genießen – natĂŒrlich auch mit einem GlĂ€schen Velsecco, dem österreichischen Pendant zum Prosecco.
Leider konnten wir nicht so viel kaufen wie wir gerne wollten, denn die TragekapazitĂ€t ist schnell erschöpft, wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln verreist. Dennoch konnten wir einige SpezialitĂ€ten mitnehmen, unter anderem ein Glas marokkanische Salzzitronen. Zwar stelle ich diese selber her, aber mir sind sie mal wieder aus gegangen und von der Herstellung bis zur Verzerr-Reife dauert es einige Wochen. Seit meinem London Urlaub im Oktober 2018 bin ich ein Fan von englischer Orangen-Marmelade und ein solches Glas wurde mein Begleiter auf dem Weg zurĂŒck nach Wien.

Delikatessen Nussbaumer

Paradeisgasse 1
8010 Graz

Claudia und Andreas stehen hinter dem Modell vom Grazer KunsthausBildquelle © Blinde Tomate

Nachdem wir unsere EinkĂ€ufe im Hotelzimmer abgeladen hatten, gingen wir zum Kunsthaus. Das Modell fĂŒr Blinde stand unbeschĂ€digt davor und wir konnten es ausgiebig "betrachten". Von dort aus machten wir uns auf den kurzen Weg zur Mur-Insel, die kĂŒnstlich angelegt wurde und im Jahr 2003, in dem Graz Kulturhauptstadt war, eröffnet wurdde. Die Mitten im Fluß, am Fuße des Schloßberges gelegene Insel ist von beiden Uferseiten barrierefrei ĂŒber eine vom rechten Ufer ausgehende Rampee und linksseitig ĂŒber einen Lift zugĂ€nglich. Im Gegensatz zur gemĂŒtlichen und entspannten AtmosphĂ€re der Stadt steht der reißende und tosende Fluß, und man kann das von der Insel aus wiederum gemĂŒtlich bei einer Tasse Kaffee entspannt beobachten.Aber – soviel beobachten ist dann doch anstrengend und macht hungerig, also machten wir uns auf den Weg zur Brötchenbar. Ne, ne, meine lieben deutschen LeserInnen: nicht was Sie unter Brötchen verstehen – die WörterkĂŒche Österreich / Deutsch kann hier mal wieder helfen.

Claudia im Café Frankowitsch mit einem kleinem Glas Bier und BrötchentellerBildquelle © Blinde Tomate

Frankowitsch – Brötchenbar

Was Trzesniewski in Wien, ist Frankowitsch bezĂŒglich Brötchen in Graz. Um es kurz und knapp vorweg zunehmen – großartiger Laden!
In QualitĂ€t und Geschmack liegen beide gleich auf. Große Unterschiede gibt es allerdings bezĂŒglich des Interieurs. WĂ€hrend die Wiener Brötchenschmiede eher auf die Mitnahme setzt und der Vor-Ort-Genuss aus meiner Sicht den Charme eines Schnellimbisses hat, verfolgt die Grazer Brötchenwerft die Strategie der CafĂ©haus-GemĂŒtlichkeit, die zum Verweilen einlĂ€dt. Frankowitsch ist mehr als nur eine Brötchenbar, es ist auch einePatisserie und verkauft auch Delikatessen.
Da wir um die Mittagszeit dort waren, haben wir die Torten und Kuchen in der Vitrine gelassen und uns ausgiebig um die Brötchen gekĂŒmmert.
Die geschmacklichen Kompositionen der Brötchen kann ich beim besten Willen nicht beschreiben, deshalb an dieser Stelle eine ganz kleine Auswahl des Angebots:
Rote RĂŒben/Linsen/Kren, Graved Lachs oder KĂ€se-Spezial. Die Schnittchen, wie wir in Nordrhein-Westfalen sagen, sind wirklich gut und fein gewĂŒrzt.

Frankowitsch – Brötchenbar , Delikatessen, Patisserie

Stempfergasse 2-4
8010 Graz

Restaurant Caylend

ĂŒBer dieses Restaurant werde ich nĂ€chste Woche genauer berichten. Vor einigen Jahren haben wir es zufĂ€llig entdeckt und es ist seit dem ein "Muss" bei unseren Graz Besuchen.
Der Name Caylend ist eine Kombination aus Cayman Islands und dem Grazer Lendkai – warum das so ist 
 dazu nĂ€chste Woche mehr.

Am nÀchsten und leider schon letzten Tag unseres Kurzurlaubs fuhren wir nach Riegersburg zur Zotter Schokoladen Manufaktur.
Claudia hat darĂŒber berichtet: Besuch in der Zotter Schokoladen Manufaktur.
Wir freuen uns schon auf unsere nĂ€chste Reise nach Graz, wo es noch einiges zu entdecken gibt, sowohl in der Stadt selbst als auch in Riegersburg. Über Tipps und Empfehlungen wĂŒrden wir uns natĂŒrlich auch freuen.

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